Kalt wie Beton

BetonkuecheDiesmal hatten wir es geschafft. Per Mailinglist waren wir schon länger registriert, hatten jedoch nie einen  der begehrten Plätze ergattert, um dem Pop Up Cooking der Betonküche einen Besuch abzustatten. Begonnen hat die Betonküche mit der Idee, leerstehende Gassenlokale gastronomisch zu bespielen. So popt sie also nun mehrmals pro Jahr in Wien und zeitweise sogar in Vorarlberg auf, dort dann als Feldküche unter freiem Himmel. Diesmal in Wien wurde die Künstlerhauspassage per Lichtdeko aus dem Hause Vintagerie für eine Woche in eine Location für ein mehrgängiges Mahl am gemeinsamen, namensgebenden Betontisch verwandelt. Der Wärmebläser konnte der Kälte des Betons nur wenig anhaben und unsere Herzen für die im wahrsten Sinne coole Location kaum erwärmen. Vielleicht lag es aber auch an der Möglichkeit, vorne an der Bar – im gleichen Raum – zu rauchen, was im Laufe des Abends dem ganzen Essen eine smoky Note verliehen hat, die Nichtraucherherzen nicht höher schlagen lässt.

Die Betonküche-Crew hat engagiert gewirkt, der Koch mit seinem 6-gängigen Menü eine solide Leistung abgeliefert. Was bleibt, ist allerdings nur eine schwammige Erinnerung – was gab es nochmal alles zu essen? – und die Erkenntnis, dass man an einem langen Tisch neben fremden Personen besser doch auf ebensolche treffen sollte, die einem auch sympathisch sind. Was bei der Geheimen Schnatterei ganz wunderbar funktioniert hat – Menschen, die aneinander und an gutem Essen interessiert sind – war bei der Betonküche eher ein Flop. Mein Tipp also: am besten, sofern man so viele Plätze kommt, die eigenen Freunde mitbringen, dann klappt’s auch mit den Nachbarn.

2013-01-31 21.56.38Der bemühte Koch hat das leider auch nicht rausreißen können. Der Vollständigkeit halber sei das Essen aber dann doch kurz erwähnt. Wobei das mit der Vollständigkeit der Gänge eben so eine Sache ist, in Erinnerung geblieben ist jedenfalls die interessante Suppe mit bissfesten Augenbohnen und Chinakohlsalat als Einlage, der fein marinierte Salat mit Ziegenfrischkäse sowie das saftig-gut geschmorte Rindfleisch mit Selleriepüree, macht also eine 50%-ige Erinnerungslücke. Für angenehme Erinnerungen muss man im Voraus sorgen.

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