Kurt statt Brad

Aus dem Schwärmen für Brad ist man irgendwann raus, der neue Star ist Kurt. Denn der macht wunderbares Frozen Yogurt mit gesunden und leckeren Toppings.

Jetzt, wo der Frühling in vollem Gang, die Sonne wieder da ist, freut man sich über Erfrischung in Form von gefrorenem Joghurt mit Früchten, leckeren Saucen, aber auch Knusprigem wie Müsli oder Schokochips on top. Und das Beste: das Ganze hat wenig Kalorien, also keine Gefahr für die Bikini-/Badehosenfigur. Wobei ich da ja ohnehin nicht die Kalorienzählerin bin. Was gut schmeckt, darf auch fett sein. Bzw. was fett ist, schmeckt auch meistens gut. Dass wir hier einen kulinarischen Trend aus Amerika haben, der fettarm ist, aber trotzdem schmeckt, überrascht doppelt.

Kurt Frozen Yogurt liegt ums Eck des hübschen und zentralen Judenplatzes im ersten Bezirk und betreibt verantwortungsvollen Handel. Ein Teil des Umsatzes wird für UNICEF-Projekte gespendet, darüber hinaus ist die Verpackung zu 100% recycle- bzw. kompostierbar.

Man darf also in mehrerlei Hinsicht mit gutem Gewissen schlemmen und sich bei einem Becher Frozen Yogurt auf den Sommer freuen!

DIY Burger

Ob sich die BetreiberInnen der Burgermacher bei der Suche nach einem freistehenden Lokal nach dem Straßennamen orientiert haben, wissen wir nicht. In der Burggasse im 7ten haben sie jedenfalls vor 4 Jahren ihr kleines Lokal Die Burgermacher eröffnet und sich seitdem zum heißbegehrten Burgerlokal Wiens entwickelt.

Die Burgermacher haben täglich verschiedene Burger zur Auswahl, dazu gibt’s knusprige hausgemachte Pommes und selbstgemachtes Ketchup, das durch Zimt seinen eigenen Geschmack erhält und noch nach richtiger Tomatensauce schmeckt.

Gleich neben dem Eingang kann man sich im Kühlschrank sein Bier unter den unzähligen Sorten aussuchen und dann Platz nehmen – wenn man noch einen bekommt bzw. vorher reserviert hat. Klein, eng und immer voll ist es bei den Burgermachern, aber das auch nicht ohne Grund.

Die Burgerlaibchen schmecken besser als überall anders und werden von einer Biobäckerei geliefert. Es gibt wechselnde kreative Burgervarianten etwa mit Lamm oder Haloumi, die vegetarische Variante ändert sich monatlich.

Hinkommen lohnt sich! Mehr über die beiden BesitzerInnen und ihr Lokal erfährt Ihr im Interview von Viennarama. Und wer auch zuhause so gute Burger haben möchte: entweder aus dem Lokal abholen oder sich das Kochbuch der Beiden kaufen und selber nachkochen!

Die Burgermacher, Burggasse 12, 1070 Wien

Süßes sonst gibt’s Saures

Während man auf der Kunst-Essen-Kino-Plattform kekinwien zum Hingehen auffordert, möchte ich lieber ein etwas differenzierteres Bild der Hotel Daniel Bakery zeichnen. Der Ruf ist der Bakery ja schon vorausgeeilt, jetzt wo das Grazer Hotel Daniel auch in Wien eine Dependance eröffnet hat, direkt bei der künftigen Verkehrsdrehscheibe, dem neuen Südbahnhof. Vor allem für das Frühstück hat die Bakery schnell einen Platz in den Herzen vieler WienerInnen bekommen.

Ich will es also auch mal ausprobieren. Beim Betreten des Hotels fallen einem gleich der weitläufige Raum der Bakery, das viele Licht und die verschiedenen Sitzmöbel auf. Ein wirklich hübsches Interiordesign, besonders entzückend der Hängesessel im Biedermeierlook in der Mitte, auf dem gerade drei kleine Mädchen schaukeln, als wir kommen.

Der bestellte Cocos-Curry-Shot wird ganz originell in der Flasche serviert, zum Selbstbefüllen der mitgelieferten Tasse. Die Suppe ist dann hm, ganz gut, Euphorie klingt anders. Haar in der Suppe gab es zwar keines, aber viel Würze leider auch nicht.

Der Burger fürs Auge wirklich wunderbar und auch geschmacklich ganz gut, wenngleich natürlich nicht mit den Burgern der Burgermacher zu vergleichen! Die hausgemachten Pommes waren dagegen schon etwas labbrig. Nettes Detail: die verschiedenen Burgersaucen in der Holzbox erinnern an ein American Diner.

Wenn man hier herkommen möchte, dann bitte wirklich für das Süße, der Name Bakery ist hier wieder ganz Programm und so konnte die Cheese Cake mit Erdbeeren dann doch noch überzeugen.

Das junge Personal war großteils sehr freundlich, aber zu Mittag ein Kellner mit Alkofahne? Absolutes No-Go!

Unter Daniel’s Motto „Smart luxury“ hätte ich mir etwas mehr erwartet.

Daniel Bakery, Landstraßer Gürtel 5, 1030 Wien

Stars und Sternchen

Gelbe Wände, rote Sitzbänke – nein, wir sind nicht im Fastfoodrestaurant, sondern im neu eröffneten, farbenfrohen St. Ellas im 7. Bezirk. Nachdem Severin Corti im Standard mit Freude auf den Neuzuwachs der BetreiberInnen des Gaumenspiels hingewiesen hat, habe scheinbar nicht nur ich rasch beschlossen, dem Lokal einen Besuch abzustatten. Das St. Ellas gleich neben dem Gaumenspiel ist bereits binnen weniger Tage gut besucht.

Mit etwas weniger Schick aber besserem Preis-Leistungsverhältnis gibt’s zur Vorspeise Roastbeef mit geräuchertem Vogerlsalat sowie gebeizten Lachs auf Kartoffelrösti. Das Raucharoma des Salatöls hat dem Vogerlsalat noch den gewissen Pfiff gegeben.

Auf unseren Tellern ist beim Hauptgang neben einem bissfesten Risotto mit Spargel (wobei hier das gleiche Räucheröl wie im Vorspeisensalat den zarten Spargelgeschmack etwas zu stark übertönt hat) auch ein gut gebratenes Rumpsteak gelandet, das vor allem durch seine hausgemachten Saucen, wie die Chili-Aioli und die BBQ-Sauce, gepunktet hat.

Kritisch anzumerken: die etwas eng stehenden Tische und zu laute Hintergrundmusik. Ein Pluspunkt: der direkte Blick in die Küche, wo das junge Küchenteam bereits nach wenigen Tagen gut eingespielt wirkt.

Alles in allem durchaus empfehlenswert für ein After Work Dinner in ungezwungener Atmosphäre.

Oh du lieber Augustin

Oh du lieber Augustin, alles ist h…ervorragend. Ja, das ist der richtige Text für das Augustin im 15. Bezirk, wenn man an den Frühstückssalon denkt, der wochenends und an Feiertagen bis 16:00 liebevolle Frühstückskreationen hervorbringt. Das alteingesessene Wirtshaus ist zum hippen Treffpunkt in Rudolfsheim geworden. Und das mit gutem Grund.

Geboten wird von einem jungen Team Milchkaffee in der Riesenschale (aus einer Faema Maschine), sowie zahlreiche wunderbare Frühstückskombis wie etwa das Lovely Sunday Frühstück mit Ziegenfrischkäse und gepfefferten Erdbeeren auf Ruccola.

Die Pluspunkte: die Wohnzimmeratmosphäre, die stets charmanten KellnerInnen sowie gute Hintergrundmusik zum Entspannen. Und: 10% der Einnahmen werden gespendet!

Ein kleines Haar in der Suppe: Die reguläre Speisekarte für mittags und abends hält noch nicht ganz, was sie verspricht. Da wünscht man sich etwas mehr Zurück zum Ursprung auf der Karte. Wenn schon Schischi, dann bitte mit Liebe zum Detail im geschmacklichen Sinn.

Alles in allem aber definitiv einen Frühstücks-Besuch wert, auch im netten Gastgarten!

Cry me a river

Wasser in den Augen, die Lippen brennen, die Nase läuft? Kein Beziehungsdrama, sondern ein kulinarisches Erlebnis. Und das soll man wollen? Ja, man will. Die Rede ist von der extra-scharfen Vegetasia-Suppe aus dem gleichnamigen, vegetarischen Asia-Restaurant im 3. Bezirk. Alleine der Suppe wegen lohnt sich ein Besuch.

Das Vegetasia ist nicht eines von vielen Asia-Restaurants, sondern bietet gute taiwanische Küche abseits von Glutamat. Das Besondere sind Speisen etwa mit „Rindfleisch“ oder „Garnelen“, die ausschließlich aus Sojaprodukten, Gemüseextraken, Seetang oder Shiitake-Pilzen bestehen, aber doch spannend schmecken (was ja nicht immer der Fall sein muss..). Dazu: Aloe Vera-Wellnessdrinks, unbedingt die Geschmacksrichtung Pomelo mit frischen Limetten probieren!

Fischers Fritz fischt frische Fische

Da schwärmt man vom frischen Fisch in Triest, ohne zu wissen, dass auch in Wien Mittelmeerfeeling aufkommen kann.

Ein Hauch von kroatischer Küste und ganz viel Knoblauch liegt in der Luft der Pescaria Konoba. Man fühlt sich gleich wohl und freut sich, dass das extra zu bezahlende Gedeck nicht nur das Tischtuch inkludiert, sondern auch einen hübschen und wohlschmeckenden Gruß aus der Küche (Bild).

Neben drei verschiedenen Slow Food Menüs gibt es auch viel frischen Fisch auf der Karte, der auf einem Tablett serviert dem Gast auch gerne unter die Nase bzw. vors Auge gehalten wird. Hervorragend waren die gegrillten Calamari mit den typisch dalmatinischen Mangold-Kartoffeln. Nettes Detail am Rande: Knoblauch zum selber Dosieren im Löffel serviert.

Daumen hoch für dieses dalmatinische Fischrestaurant, Tischreservierung empfohlen! Einzig der kroatische Wein ist nur den wirklichen Kroatien-Fans ans Herz zu legen.

Vitamine Vikings

Liebe geht durch den Magen.. naja, ich würde sagen, das kommt ganz auf den Koch an. In meinem Magen ist ganz viel Liebe. Das liegt am aufgetischten Salat meines Freundes, den ich euch nicht vorenthalten möchte. Den Salat.

Zutaten: Rote Rüben, Äpfel und Orangen, Frühlingszwiebel, Kartoffeln, Schafskäse, mit frischem Schnittlauch und Koriander, frisch geriebener Kren, mariniert mit Zitronensaft und Joghurt, gewürzt mit Salz und Pfeffer. Dazu eine Scheibe Honig-Lavendel-Brot von Joseph und ich schwebe auf Wolke 7!

Orient meets Okzident

Frau Molcho scheint wenig Schlaf zu brauchen. Die Rede ist von Haya Molcho, unter anderem Besitzerin des Restaurants Neni am Naschmarkt. In den vergangenen Jahren hat sie zudem nicht nur den Tel Aviv Beach am Donaukanal eröffnet, sondern gleich noch ein zweites Lokal zum neuen Treffpunkt gemacht.

Neben dem Stilwerk, einem „Design-Kaufhaus“, ist im Sofitel ein Stück weiter den Donaukanal entlang das „Neni im Zweiten“ entstanden, das der Einrichtung nach auch aus dem Möbelkatalog entsprungen zu sein scheint. Hübsch ist es definitiv geworden, wenngleich man den fließenden Übergang vom Restaurant in die Haupthalle mögen muss.

Für einen Mädelsabend war die gesunde israelische Küche genau richtig und gekrönt wurde der nette Abend von einem – zwar nicht mehr sehr originellen aber dafür wie angekündigt – im Kern flüssigen Schokokuchen mit Vanilleeis. Das Lokal ist schnell voll, da ist die Online-Reservierungsfunktion auf der Webseite praktisch und ein weiteres Plus.

Let me be your Valentine!

Warum müssen sich die Be-my-Valentines ausgerechnet alle in genau dem Lokal treffen, wo man selbst ganz ungestört romantisch zu zweit dem guten Essen frönen möchte? So erhält das romantische Dinner dann eine etwas absurde Note, wenn man in einen Raum voller Pärchen kommt, die alle versuchen, gleichzeitig romantisch zu sein. Rausgerissen hat die Szenerie dann aber der abgehetzte Typ mit dem Riesenstrauß roter Rosen, der seine Verabredung eine Stunde alleine am Tisch warten ließ.

Nicht nur am Valentinstag, auch sonst bietet das Gaumenspiel in der Zieglergasse 54 im 7ten verschiedene 4- bis 5-gängige Menüvarianten an. Dass es aber eher ratsam wäre, an anderen Abenden vorbeizukommen, versteht sich von selbst. Fazit: nettes Ambiente in hübschem Lokal, anständiges, handwerklich gelungenes Essen aber ohne großen Wow-Effekt.

Ein Lichtblick war das Lamm, zartrosa gebraten. Die Orangen-Polenta hat mich dann wiederum an den Geschmack von Softcakes erinnert, wer’s mag…

Vorsatz für nächstes Jahr: selber kochen in den eigenen vier Wänden, dann klappt’s auch mit der Romantik.