7 Gründe für das M77

  1. Das M77 ist ein neuer HotSpot im langsam erwachenden Rudolfsheim-Fünfhaus. Ein Besuch dort ermöglicht Denjenigen, die sich bisher noch nicht so oft in diese Ecke Wiens getraut haben, die Erkenntnis, dass es auch hier ein paar nette Plätze gibt, wie etwa auch das Augustin, oder das Buchgeschäft Buchkontor samt nettem Kriemhildplatz davor.
  2. Es wird herrlich gespeist im M77 und zwar 1-2 Mal pro Monat im Dinner Club bei einem 5-Gänge Menü um wohlfeile 65 EUR, denn das Essen ist sensationell und kreativ (z.B. Eis aus dem Sud rostiger Nägel. Ja wirklich. Dazu Pistazie und Erdbeere. Oder Wolfsbarsch mit Artischocke und Chorizo.). Aktuelle Menüfolgen zu finden auf der Facebook-Seite. Der Koch Wolfgang Braun kommt aus dem Le Salzgries und hat entsprechendes Spitzenhandwerk zu bieten.
  3. Der Hinterhofgarten. Alleine der ist den Besuch schon wert, nett dekoriert, mit Wein umrankt, gemeinsam an der Tafel sitzen und laue Abende dort bei einem Glas Lillet Vive genießen.
  4. Der Monolith Smoker. Schaut schön aus und bringt interessante Räucherspeisen hervor.
  5. Die Showküche spielt küchengerätetechnisch alle Stückerl. Da wird man beim Zuschauen ein bisserl neidisch.
  6. Man kann das Lokal auch mieten, z.B. für Geburtstagsfeiern oder Kochsessions.
  7. Die Atmosphäre. Alle gemeinsam an einem Tisch. Ein bisschen mit dem Sitznachbar plaudern, aber trotzdem auch die Zweisamkeit genießen können. Unaufdringlicher, aber freundlicher Service. Durchatmen. Entspannen.

Auf ins M77, Märzstraße 77, 1150 Wien!

 

 

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Kalt wie Beton

BetonkuecheDiesmal hatten wir es geschafft. Per Mailinglist waren wir schon länger registriert, hatten jedoch nie einen  der begehrten Plätze ergattert, um dem Pop Up Cooking der Betonküche einen Besuch abzustatten. Begonnen hat die Betonküche mit der Idee, leerstehende Gassenlokale gastronomisch zu bespielen. So popt sie also nun mehrmals pro Jahr in Wien und zeitweise sogar in Vorarlberg auf, dort dann als Feldküche unter freiem Himmel. Diesmal in Wien wurde die Künstlerhauspassage per Lichtdeko aus dem Hause Vintagerie für eine Woche in eine Location für ein mehrgängiges Mahl am gemeinsamen, namensgebenden Betontisch verwandelt. Der Wärmebläser konnte der Kälte des Betons nur wenig anhaben und unsere Herzen für die im wahrsten Sinne coole Location kaum erwärmen. Vielleicht lag es aber auch an der Möglichkeit, vorne an der Bar – im gleichen Raum – zu rauchen, was im Laufe des Abends dem ganzen Essen eine smoky Note verliehen hat, die Nichtraucherherzen nicht höher schlagen lässt.

Die Betonküche-Crew hat engagiert gewirkt, der Koch mit seinem 6-gängigen Menü eine solide Leistung abgeliefert. Was bleibt, ist allerdings nur eine schwammige Erinnerung – was gab es nochmal alles zu essen? – und die Erkenntnis, dass man an einem langen Tisch neben fremden Personen besser doch auf ebensolche treffen sollte, die einem auch sympathisch sind. Was bei der Geheimen Schnatterei ganz wunderbar funktioniert hat – Menschen, die aneinander und an gutem Essen interessiert sind – war bei der Betonküche eher ein Flop. Mein Tipp also: am besten, sofern man so viele Plätze kommt, die eigenen Freunde mitbringen, dann klappt’s auch mit den Nachbarn.

2013-01-31 21.56.38Der bemühte Koch hat das leider auch nicht rausreißen können. Der Vollständigkeit halber sei das Essen aber dann doch kurz erwähnt. Wobei das mit der Vollständigkeit der Gänge eben so eine Sache ist, in Erinnerung geblieben ist jedenfalls die interessante Suppe mit bissfesten Augenbohnen und Chinakohlsalat als Einlage, der fein marinierte Salat mit Ziegenfrischkäse sowie das saftig-gut geschmorte Rindfleisch mit Selleriepüree, macht also eine 50%-ige Erinnerungslücke. Für angenehme Erinnerungen muss man im Voraus sorgen.

Ich marks!

Ja, ich mags, das Marks. Egal, ob zum Frühstücken oder zum Abendessen. Ich geh da rein und fühl mich einfach wohl. Das Lokal mit hübschem, aber schlichtem Interiordesign hat im Sommer 2012 eröffnet und sich seitdem einen Platz in meinem Herzen reserviert.

Marks_Lokal

Feines Essen und Trinken verspricht das Motto des Restaurants und hat mit frischen Zutaten und fairen Preisen das Versprechen bis dato noch nicht gebrochen. Die Atmosphäre ist entspannt, die Kellner freundlich-locker und das Lokal hat im Sommer mit Terrasse aber auch im Winter mit dem Kamin zwei zusätzliche Pluspunkte.

Für Verkaterte gibt’s das Hangover-Frühstück, das am Nebentisch zumindest müde Geister wieder munter machte und das wohl, so wie auch die anderen beiden Frühstückskombis, den ganzen Tag serviert wird. Nachdem mich derzeit andere Umstände aber eher zum Känguruh als zum Kater machen, habe ich versucht, mich an gesunde Varianten zu halten, natürlich gekoppelt mit Süßem, sonst schmeckt’s nur halb so gut.

Marks_JoghurtDas griechische Joghurt mit Früchten, Haselnüssen und Honig war ausgezeichnet, nur das dazu bestellte Croissant hätte noch etwas luftig-knuspriger sein können und die selbstgemachte Marmelade weniger süß. Marks_DeliMein Gegenüber war mit seinem Deli Frühstück bestehend aus Spiegeleiern mit Ras El Hanout, einer marokkanischen Gewürzmischung, Olivenhummus und Joghurt mit Feigen sehr zufrieden.

Marks_BurgerAm Abend ist es auch sehr gemütlich und der Cheeseburger von Marks kann mit jenen der Burgermacher mithalten und wird nett in bedrucktem Butterpapier serviert. Und das selbstgemachte Ketchup ist besser als das bei der Konkurrenz in der Burggasse. Neben Burger gibt es aber auch Außergewöhnlicheres wie z.B. Gegrillter Oktopus mit Beluga-Linsen-Salat und Grapefruit oder Rote Rüben-Risotto mit Heidelbeeren und Ziegenkäse. Seufz.

Auch Sushi & Strudel hat im Vorjahr das Marks zu einem ihrer favourite places erkoren. Nix wie hin!

Restaurant Marks, Neustiftgasse 82, 1070 Wien

Das Jahr des Drachen

Der Drachen steht wie kein anderes Tier als Zeichen für chinesische Lokale in Wien. 2012 als das Jahr des Drachen veranlasst mich zu einer Suche nach guten China-Restaurants in Wien, was bei bisherigen Glutamat-Erfahrungen ein eher schwieriges Unterfangen zu sein scheint. Mit Grauen denke ich an Billigmittagsmenüs und -buffets, bei denen neben stets gleich aussehenden braun-glänzenden Glutamatsoßen der meist koreanische Koch des Chinarestaurants auch gleich noch japanische Sushi fabriziert hat, die seit zwei Stunden auf Gäste warten. Lecker ist anders!

Eine wirklich tolle Gelegenheit, sich von exzellenter, frischer und leichter chinesischer Küche zu überzeugen, bietet die ChinaBar in der Burggasse. Neben origineller Homepage bietet sie vor allem qualitativ hochwertige Gerichte an der Grenze zwischen Asien und Europa. Der Betreiber Simon Xie Hong, auch bekannt aus Silent Cooking, hat schon in seinem Restaurant ON mit dem Slogan „No Kitsch no Lampions no Glückskekse no Pflaumenwein no Plüsch no Drachendeko no Chinesischer Musikteppich no Glutamat no All you can eat no Running Sushi no Speisenfotos no Einmal Nummer 16 bitte no Ameisen klettern auf einen Baum no zwanghafte Fusion no Schischi..“ alle Ängste ausgeräumt, mit denen man für gewöhnlich eines der Drachen-Restaurants betritt.

Danke Herr Xie Hong für ein China-Restaurant abseits jeglicher Klischees, bei dem man beim Anblick der Gerichte ins Schwärmen kommt! So etwa bei knackig gefüllten DimSum mit frischem Gemüse und Eierschwammerln, wo man jede Gemüsesorte noch rausschmeckt und sie ihre Konsistenz behalten hat..

Da muss ich schnell wieder hin.

ChinaBar, Burggasse 76, 1070 Wien

Wiens Perle

Eine ganze Perlenkette könnte ich mir schon machen mit meinen netten kulinarischen Erinnerungen und zahlreichen Besuchen der Schönen Perle, dem Wohlfühlgasthaus im Karmeliterviertel.

Da wäre zum Beispiel das wunderbare Schnitzel vom Strohschwein oder Zweierlei vom kalten Lachs, der gute Erdäpfel-Avocado-Salat oder die Sarma-Krautrouladen. Bodenständige Küche mit guten Zutaten vom Karmelitermarkt nebenan, ein Wuseln im Lokal – durchaus mit vielen Kindern, die hier gerne gesehen werden (dafür müssen Hunde draußen bleiben) und eine gute Auswahl an Zeitschriften zeichnen das Lokal aus.

Und wenn man dann noch bei einem der leckeren Desserts sitzt – die Susitorte aus feinster Schokolade ist legendär! – ist man einfach zufrieden. Da erinnere ich mich auch gerne an den Milchreis, den ich sonst nirgendwo mag, der dort aber so schön cremig ist mit eingelegter Birne und Himbeersoße, dass mir das Wasser jetzt schon wieder im Mund zusammen läuft…

Für einen gemütlichen Sonntagabend der perfekte Ort, ob drinnen unter den großen Lampen bei Geschirrgeklapper oder draußen an Sommertagen auf der Terrasse.

Datum abgelaufen

Pop up. Es poppt nur so in Wien, dass man den Wald vor lauter Bäumen bald nicht mehr sieht – sei es im Hinblick auf Modestores oder Restaurants. Das wohl bekannteste Projekt in Wien – das 365 The Fox House in der Westbahnstraße im 7ten – musste erst vor ein paar Tagen frühzeitig die Pforten wieder schließen und wird hoffentlich andernorts wieder aufpoppen. Es hat Raum für Kunstaktionen, Fashion und Essen in der Fox House Kitchen geboten.

Kulinarisch hat sich die Betonküche schon einen Namen gemacht. Hingeschafft habe ich es leider noch nicht, steht aber bald auf dem Programm. Die Betonküche nutzt leerstehende Lokale für ihren temporären und kulinarischen Kulturraum und ist eine Initiative zur Wiederbelebung brachliegender Stadtflächen. Severin Corti hat sich schon mal angetan gezeigt vom Konzept.

Ein anderes Pop-up-Restaurant gibt es seit Herbst 2011 im 19. Bezirk: das Ablaufdatum. Der Ruf eines idyllischen Gastgartens ist dem Lokal vorausgeeilt und ja, der Garten ist schön.

Die Antipasti-Produkte sind von der Qualität auch geschmacklich durchwegs in Ordnung – gute Mortadella, Brotsalat oder gefüllte Eier. Aber das Preis-Leistungsverhältnis stimmt einfach nicht. Zu kleine Portionen für den Preis oder zu großer Preis für das Gebotene. Hingehen lohnt sich nur, wenn man keinen Hunger hat!

 

DIY Burger

Ob sich die BetreiberInnen der Burgermacher bei der Suche nach einem freistehenden Lokal nach dem Straßennamen orientiert haben, wissen wir nicht. In der Burggasse im 7ten haben sie jedenfalls vor 4 Jahren ihr kleines Lokal Die Burgermacher eröffnet und sich seitdem zum heißbegehrten Burgerlokal Wiens entwickelt.

Die Burgermacher haben täglich verschiedene Burger zur Auswahl, dazu gibt’s knusprige hausgemachte Pommes und selbstgemachtes Ketchup, das durch Zimt seinen eigenen Geschmack erhält und noch nach richtiger Tomatensauce schmeckt.

Gleich neben dem Eingang kann man sich im Kühlschrank sein Bier unter den unzähligen Sorten aussuchen und dann Platz nehmen – wenn man noch einen bekommt bzw. vorher reserviert hat. Klein, eng und immer voll ist es bei den Burgermachern, aber das auch nicht ohne Grund.

Die Burgerlaibchen schmecken besser als überall anders und werden von einer Biobäckerei geliefert. Es gibt wechselnde kreative Burgervarianten etwa mit Lamm oder Haloumi, die vegetarische Variante ändert sich monatlich.

Hinkommen lohnt sich! Mehr über die beiden BesitzerInnen und ihr Lokal erfährt Ihr im Interview von Viennarama. Und wer auch zuhause so gute Burger haben möchte: entweder aus dem Lokal abholen oder sich das Kochbuch der Beiden kaufen und selber nachkochen!

Die Burgermacher, Burggasse 12, 1070 Wien

Süßes sonst gibt’s Saures

Während man auf der Kunst-Essen-Kino-Plattform kekinwien zum Hingehen auffordert, möchte ich lieber ein etwas differenzierteres Bild der Hotel Daniel Bakery zeichnen. Der Ruf ist der Bakery ja schon vorausgeeilt, jetzt wo das Grazer Hotel Daniel auch in Wien eine Dependance eröffnet hat, direkt bei der künftigen Verkehrsdrehscheibe, dem neuen Südbahnhof. Vor allem für das Frühstück hat die Bakery schnell einen Platz in den Herzen vieler WienerInnen bekommen.

Ich will es also auch mal ausprobieren. Beim Betreten des Hotels fallen einem gleich der weitläufige Raum der Bakery, das viele Licht und die verschiedenen Sitzmöbel auf. Ein wirklich hübsches Interiordesign, besonders entzückend der Hängesessel im Biedermeierlook in der Mitte, auf dem gerade drei kleine Mädchen schaukeln, als wir kommen.

Der bestellte Cocos-Curry-Shot wird ganz originell in der Flasche serviert, zum Selbstbefüllen der mitgelieferten Tasse. Die Suppe ist dann hm, ganz gut, Euphorie klingt anders. Haar in der Suppe gab es zwar keines, aber viel Würze leider auch nicht.

Der Burger fürs Auge wirklich wunderbar und auch geschmacklich ganz gut, wenngleich natürlich nicht mit den Burgern der Burgermacher zu vergleichen! Die hausgemachten Pommes waren dagegen schon etwas labbrig. Nettes Detail: die verschiedenen Burgersaucen in der Holzbox erinnern an ein American Diner.

Wenn man hier herkommen möchte, dann bitte wirklich für das Süße, der Name Bakery ist hier wieder ganz Programm und so konnte die Cheese Cake mit Erdbeeren dann doch noch überzeugen.

Das junge Personal war großteils sehr freundlich, aber zu Mittag ein Kellner mit Alkofahne? Absolutes No-Go!

Unter Daniel’s Motto „Smart luxury“ hätte ich mir etwas mehr erwartet.

Daniel Bakery, Landstraßer Gürtel 5, 1030 Wien

Stars und Sternchen

Gelbe Wände, rote Sitzbänke – nein, wir sind nicht im Fastfoodrestaurant, sondern im neu eröffneten, farbenfrohen St. Ellas im 7. Bezirk. Nachdem Severin Corti im Standard mit Freude auf den Neuzuwachs der BetreiberInnen des Gaumenspiels hingewiesen hat, habe scheinbar nicht nur ich rasch beschlossen, dem Lokal einen Besuch abzustatten. Das St. Ellas gleich neben dem Gaumenspiel ist bereits binnen weniger Tage gut besucht.

Mit etwas weniger Schick aber besserem Preis-Leistungsverhältnis gibt’s zur Vorspeise Roastbeef mit geräuchertem Vogerlsalat sowie gebeizten Lachs auf Kartoffelrösti. Das Raucharoma des Salatöls hat dem Vogerlsalat noch den gewissen Pfiff gegeben.

Auf unseren Tellern ist beim Hauptgang neben einem bissfesten Risotto mit Spargel (wobei hier das gleiche Räucheröl wie im Vorspeisensalat den zarten Spargelgeschmack etwas zu stark übertönt hat) auch ein gut gebratenes Rumpsteak gelandet, das vor allem durch seine hausgemachten Saucen, wie die Chili-Aioli und die BBQ-Sauce, gepunktet hat.

Kritisch anzumerken: die etwas eng stehenden Tische und zu laute Hintergrundmusik. Ein Pluspunkt: der direkte Blick in die Küche, wo das junge Küchenteam bereits nach wenigen Tagen gut eingespielt wirkt.

Alles in allem durchaus empfehlenswert für ein After Work Dinner in ungezwungener Atmosphäre.

Oh du lieber Augustin

Oh du lieber Augustin, alles ist h…ervorragend. Ja, das ist der richtige Text für das Augustin im 15. Bezirk, wenn man an den Frühstückssalon denkt, der wochenends und an Feiertagen bis 16:00 liebevolle Frühstückskreationen hervorbringt. Das alteingesessene Wirtshaus ist zum hippen Treffpunkt in Rudolfsheim geworden. Und das mit gutem Grund.

Geboten wird von einem jungen Team Milchkaffee in der Riesenschale (aus einer Faema Maschine), sowie zahlreiche wunderbare Frühstückskombis wie etwa das Lovely Sunday Frühstück mit Ziegenfrischkäse und gepfefferten Erdbeeren auf Ruccola.

Die Pluspunkte: die Wohnzimmeratmosphäre, die stets charmanten KellnerInnen sowie gute Hintergrundmusik zum Entspannen. Und: 10% der Einnahmen werden gespendet!

Ein kleines Haar in der Suppe: Die reguläre Speisekarte für mittags und abends hält noch nicht ganz, was sie verspricht. Da wünscht man sich etwas mehr Zurück zum Ursprung auf der Karte. Wenn schon Schischi, dann bitte mit Liebe zum Detail im geschmacklichen Sinn.

Alles in allem aber definitiv einen Frühstücks-Besuch wert, auch im netten Gastgarten!